Wegwerfgeschichten

- von A bis Z -



Als A spät Abends nach Hause kam fiel ihm auf, dass alles so war wie zuvor. Ohne zu zögern verließ er die Stadt für immer.


Betreff: Betriebssachbearbeiter B
Wir bieten Ihnen Ihren Job in Absurdistan an, obwohl wir - besonders in Absurdistan! - überhaupt nicht daran gebunden sind!


Wie jeden Morgen begann E den Tag voller Freude. Kurz vor dem Einschlafen gestand er sich ein: Denen habe ich es heute aber wieder gegeben!


Ein Baby, fühlte F mit jeder Faser ihres Körpers, ist das perfekte Wesen. Danach fing das Geplärre an.


Glauben Sie an Gott? wurde G gefragt. Gott bewahre! erwiderte er spontan - plötzlich sprachlos geworden.


Irgendwie, beruhigte sich I irgendwann, wird es schon weitergehen. Das war der Augenblick, als er vom Leben Abschied nahm.


Als Kind hatte K viel Kummer. Noch nicht ganz erwachsen geworden wollte er die Kindheit nie mehr aufgeben.


Liebe, so hört man überall, ist alles was wir besitzen. Doch könnte es nicht ein bisschen mehr sein?


Eines Tages, riefen die Pessimisten, wird die ganze Menschheit ausgestorben sein!
Na und, war die freche Antwort, was habe ich davon?


Danach gefragt, warum er seinen Regenschirm auch im strömenden Regen nicht aufspannte, antwortete er: Ach, in Wirklichkeit brauche ich ihn gar nicht - er dient mir nur zur Beruhigung.


Böse sind immer die anderen, freute sich S siegessicher. So kann ich nicht auf der falschen Seite sein.


Unauffällig wie oft ging morgens die Sonne auf. Noch bis in die Nacht hinein, als die Finsternis über sie hereinbrach, hatte keiner von ihnen über dieses Wunder nachgedacht.


Während seine Mutter V jeden Wunsch erfüllte, ohne ihn jemals wirklich zu kennen, reichte ihn sein ratloser Vater von Schule zu Schule weiter.
Kaum der Schulpflicht entronnen meldete sich V von der Schule und den Eltern ab.


Warum, wurde immer wieder gefragt, geben Sie niemals auf? Weil ich dann verlieren würde, antwortete W wahrheitsgemäß.


Als es mit ihm zu Ende ging, glaubte Z die Frage stellen zu dürfen, welchen Sinn sein Leben denn gehabt habe.
Als er darauf keine Antwort bekam, dachte er noch: Genau!



Außer Konkurrenz und ungeschlagen:

"Woran arbeiten Sie?" wurde Herr K. gefragt. Herr K. antwortete: "Ich habe viel Mühe, ich bereite meinen nächsten Irrtum vor."

Bertolt Brecht, Geschichten vom Herrn Keuner, Mühsal der Besten

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